GZ Lichtenberg

Lichtenberg
2014
Fotos: Simon Bauer
"GEMEINDEZENTRUM LICHTENBERG"

Ortsbildsituation

Das Amtsgebäude bildet einen prägnanten Abschluss des neuen Ortsplatzes Richtung Norden. Gemeinsam mit dem neuen Pfarrzentrum im Süden, dem geplanten altersgerechten Wohnbau im Südwesten und dem bestehenden Turnsaal bildet das Gemeindeamt die neue Mitte von Lichtenberg. Die Platzfläche zwischen Kirche und Gemeinde verlängert sich in Form einer Passage „Kühle Luft“ durch das neue Projekt und verbindet die beiden Eingänge barrierefrei mit den Parkplätzen im Norden. Der zweigeschoßige Baukörper ist im Hinblick auf eine möglichst hohe Energieeffizienz und niedrige Baukosten als kompakter Baukörper konzipiert. Die einzelnen Funktionsbereiche Gemeindeamt / Raiffeisenbank / Cafe und Bücherei, spiegeln sich entsprechend ihrer Funktionsbereiche in den Fassaden wider.
 

Verkehrssituation -Freiraumgestaltung
 
Der nordseitige Nebeneingang des Amtsgebäudes ist höhenmäßig auf den neu geplanten Straßenverlauf angepasst. Der neue Orstplatz von Lichtenberg ist um eine optimale Nutzungsvielfalt zu ermöglichen höhenmäßig an die bestehende Umgebung angepasst und als Ebene Fläche zwischen Kirche und Gemeindeamt geplant. Der Höhenunterschied zur Derflerstraße wird im nördlichen Bereich durch eine kaum spürbare Rampe überwunden. Im Anschluss gleicht eine großzügige „begehbare“ Wasserfläche den Höhenverlauf des Straßenraumes aus. Der Übergang zur Kirche wird durch eine großzügige Rampentreppe aufgenommen. Den symbolischen Übergang zwischen Ortsplatz und Kirchenvorplatz markiert eine „Plattform“ auf Platzniveau. Dieser Treff- und Kommunikationspunkt am Platz wird von der Dorflinde, Sitzbänken und einer überdachten Pergola betont.
Der Straße zugeordnet ist dort auch die überdachte “Mitfahrbank“ situiert, die als Anlauf - und Mitfahrstelle für Pendler funktionieren soll.
Entlang des Schulgebäudes verbindet ein Fußweg den Schulvorplatz mit Bushaltestelle, den Start des Planetenweges und den Parkplatz mit dem Amtsgebäude. Weiterführend erschließt er als „Kirchensteig“ vorbei am altersgerechten Wohnen und dem Seelsorgezentrum den Pfarrgarten mit den südlichen Parkplätzen des Masterplanes.
Der gesamte Straßenraum der Derflerstraße wird in Platz- und Oberflächengestaltung miteinbezogen. Dadurch entsteht eine einheitliche Wirkung eines großzügigen Platzes. Den westseitigen Platzabschluss bilden die ebenfalls in die Oberflächengestaltung integrierten mit einer Baumreihe begrünten Parkplätze. In dieser Grünfläche ist der Köcher für Mai- und Weihnachtsbaum situiert.
Die Erschließung für den Turnsaal, das Wohnhaus Unterbrunner und das altersgerechte Wohnen, zoniert die Funktionsbereiche Cafe(Gastgarten), Veranstaltungsfläche und Vorplatz Turnsaal.
 
 
Funktionale Bezüge - Nutzungseinheiten
 
Über einen großzügig überdachten Vorbereich gelangt man auf Platzniveau barrierefrei direkt in das Foyer des Amtsgebäudes. Entlang der Passage als Erschließungsachse sind einerseits die erdgeschoßigen Räume der Raiffeisenbank situiert, andererseits öffnet sich der Durchgang und die Bank zu einer zentralen Halle die über einen Luftraum die Räume der Gemeinde im Obergeschoß mit einbezieht. Um die Halle sind im Erdgeschoß das Bürgerservice, eine Bürofläche, und das Cafe mit zentraler WC - Gruppe angeordnet. Über die in der „Passage“ liegende Vertikalerschließung mit Stiegenaufgang und Lift sind die Räumlichkeiten des Gebäudes miteinander verbunden. Das Obergeschoß gliedert sich in die Funktionsbereiche der Gemeinde und der Raiffeisenbank. Die Räume der Gemeinde sind zentral um den Luftraum der Halle angeordnet und erlauben dadurch eine leichte Orientierung im Gebäude und interessante Innenraumbezüge. Das zentrale abschließbare Stiegenhaus ermöglicht getrennte und voneinander unabhängige Nutzungen der Räume. So ist etwa die Raiba dadurch barrierefrei erschlossen, andererseits ist auch das Besprechungs- und Fraktionszimmer extern nutzbar.
 
 
Konstruktive Lösung - Fassade
 
Ein einfacher Stahlbetonskelettbau im Erdgeschoß mit der in Massivbauweise errichteten Vertikalerschließung bildet das bauliche Rückgrat des Amtsgebäudes.
Auf dem Sockelgeschoss werden die Obergeschoße und die Dachkonstruktion als Holzkonstruktion aufgesetzt. Leichtbauwände in Niedrigenergiebauweise aus Holzriegelwänden und großzügigen Trockenverglasungen umwickeln die Geschoße.
Als einfacher und klarer Baukörper definiert sich das Gebäude entsprechend seiner markanten Lage am Ortsplatz als eigenständiger Solitärbau. Die vorgehängte Fassadenverkleidung im Obergeschoss umschließt das Gebäude und verstärkt den Eindruck eines über dem Platz schwebenden Gemeindeamtes. Die unterschiedlichen Ausschnitte und Belichtungsflächen gliedern den Baukörper und die Fassade ohne die besondere Aufgabe des Dienstleistungsgebäudes zu verleugnen. Die "goldene" Farbgebung entspricht einer einladenden, freundlichen und erdverbundenen Geste, und symbolisiert gleichsam die Analogie zum nebelfreien "Sonnendorf" Lichtenberg. Die Eingangsbereiche mit dem Cafehaus sind zum Platz hin verglast um das Ineinanderfließen des Ortsplatzes in das offene und einladende Gemeindezentrum zu erreichen.
Diese Verglasungen erhalten durch das ausladende Obergeschoss einen natürlichen Sonnenschutz. Die restlichen Glasflächen werden mit außen liegenden Horizontaljalousien beschattet.
Großzügige teilweise mobile Glaswände im Innenraum unterstreichen die Offenheit und das Gebäude als "Ort der Begegnung".
 
Um eine möglichst gute Flexibilität und Veränderbarkeit der Innenräume zu ermöglichen sind die Zwischenwände ebenfalls als Leicht.- bzw. Schrankwände ausgeführt und mit Innenverglasungen ergänzt.
Durch den kompakten Baukörper, die konsequente Gebäudeausrichtung, die Speichermasse der Massivbauteile und die hoch gedämmten Leichtbaukonstruktionen, ist in Kombination mit einer Lüftungsanlage ein optimales Raumklima und eine hohe Energieeffizienz des Amtsgebäudes gegeben.