Gemeinde Meggenhofen

Meggenhofen
2010
Foto: Simon Bauer
"Koop. von Gemeinde und Pfarre"

Die Gemeinde Meggenhofen hatte im Juli 2003 die einmalige Gelegenheit, den zentral gelegenen Kadingerhof mit einer Gesamtfläche von 6.630 m2 zu erwerben. Dadurch boten sich für Pfarre und Gemeinde Möglichkeiten einer nachhaltigen Ortsentwicklung. Über einen Zeitraum von 2 ½ Jahren wurde in intensiven Gesprächen mit den Bürger/innen, Vereinsfunktionären, Fachleuten sowie Vertretern der Gemeinde und der Pfarre ein Bedarfskonzept erarbeitet. Dieses Konzept war Grundlage für den von Gemeinde und Pfarre gemeinsam durchgeführten Architekturwettbewerb. Dabei war den Projektpartnern besonders wichtig, dass die Einreichungen nicht nur ästhetische Antworten und Lösungen in funktioneller und wirtschaftlicher Sicht anbieten, sondern auch energiesparende und ökologische Bauweise darstellten. Unter den 21 eingereichten Projekten wurde der Entwurf der Architekten „TWO IN A BOX“ aus Ottensheim einstimmig von der Jury als Sieger gekürt.

Grundgedanke des neuen Gemeinde- und Pfarrzentrums ist die Schaffung einer echten Mitte für Meggenhofen. Seit dem Ankauf des Grundstücks beschäftigen sich 90 Meggenhofner/innen (das entspricht 7 % der Gesamtbevölkerung) in den einzelnen Arbeitsgruppen intensiv mit der Planung des Projektes. Die Mischung der Gebäude (denkmalgeschütztes Presshaus – umgebautes Pfarrhaus – Neubau Gemeindezentrum) spiegelt das gute Verständnis zwischen den Generationen (alt und jung) in Meggenhofen wieder.
Es soll ein multifunktionelles Haus im Dienst der Gemeinde und der Pfarre, ein echtes dörfliches Zentrum, entstehen. Der Dorfplatz wird somit zur kommunikativen Mitte des Dorfes, zum Treffpunkt, sowie zum Ort vielfältigen Geschehens.
Die Gebäude weisen eine Gesamtgrundrissfläche von rund 1.800 m2 auf. Die Gesamterrichtungskosten belaufen sich auf netto 3.490.000 Euro. 
ORTSBILDSITUATION
Der Hausstock des Kadingerhofes bleibt erhalten und wird für die Räume des Pfarrzentrums umgenutzt. Das bestehende und denkmalgeschützte Baukörperensemble Presshaus, Kapelle und Hausstock wird durch einen neuen, lichtdurchfluteten transparenten Baukörper als Gemeindezentrum ergänzt. Durch das Abrücken dieses neuen Baukörpers an die Innbachtalstraße bleiben die beiden Altbauten freigestellt und bilden mit dem Gemeindezentrum und der Kirche einen neuen großzügigen Ortsplatz.
Das gesamte Baukörperensemble mit dem Ortsplatz öffnet sich Richtung Osten und bindet damit auch die Pfarrkirche mit ihrem Zugangsbereich in das neue Zentrum ein. 
VERKEHRSSITUATION – FREIRAUMGESTALTUNG
Ein zentraler Parkplatz mit einer neuen Zufahrt ist hinter dem Presshaus geplant und versorgt durch die zentrale Lage alle Bereiche des neuen Ortszentrums (Ortsplatz-Mehrzwecksaal-Pfarrhaus usw.) Die restlichen Parkplätze werden rund um das Zentrum angeordnet und stillen so den kurzfristigen Bedarf der jeweiligen Nutzungseinheiten. 
Der vorhandene Höhenunterschied zwischen dem Presshaus und dem Niveau des Kadingerhofes wird mit einer Sitzstufenanlage überwunden. Die Sitzstufen laden zum Verweilen ein und dienen als Arena für Aktivitäten auf dem vorgelagerten Ortsplatz und verwandeln diesen in einen speziellen "Ort der Begegnung". Ein längsrechteckiger Brunnen mit Wasserbecken gegenüber den Sitzstufen nutzt einen weiteren Höhenunterschied zur Straße und schließt den Platz nach Osten.
Alle Bereiche des neuen Pfarr- und Gemeindezentrums sind vom zentralen Platz erschlossen, und durch die Hanglage barrierefrei erreichbar.